Praxisforum - Fortbildung am 03.11.2015

Früherkennung psychischer Störungen bei Flüchtlingsfrauen nach dem „Friedländer Modell"

Referentin:  Dipl. psych. Maria Belz, Institutsambulanz des Asklepios Fachklinikums Göttingen

Veranstalter:  Sozialpsychiatrisches Kompetenzzentrum Migration des PTV Solingen e.V. und VIBB Essen e.V.

                     (Mitglieder im Paritätischen NRW - AK Psychiatrie & Migration)

Zeit: 10:00 bis 13:00 Uhr

Ort: ViBB Essen e.V. - Interkultureller Treff für Gesundheit & Familie

Adresse: Witteringstrasse 2,  45130 Essen

Anmeldungen werden bis zum 30.10.2015 per E-mail, Post oder Fax entgegengenommen und per E-mail bestätigt.

Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 35 Personen begrenzt.

 
 
Abstract

Flüchtlinge sind vermehrt Situationen ausgesetzt, in denen sie sich in Lebensgefahr fühlen. Diese Erlebnisse können sowohl vor (z.B. Krieg oder gewaltsame Konflikte, Folter, Missbrauch, politisch motivierte Verfolgung Naturkatastrophen), als auch im Rahmen ihrer Flucht (z.B. bei der Überquerung von Flüssen oder dem Mittelmeer, durch rassistisch motivierte Gewalt oder gewaltsame Übergriffe durch Polizei und andere Ordnungskräfte in den Ländern der Durchreise) stattgefunden haben.

Aufgrund der durchschnittlich erhöhten Anzahl traumatischer Erlebnisse bei Flüchtlingen ist die Anzahl von Flüchtlingen, die an einer Posttraumatischen Belastungsstörung und anderen psychischen Erkrankungen leiden, deutlich erhöht. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Gesundheitsversorgung traumatisierten Flüchtlingen ist jedoch weiterhin unzureichend. In Kooperation mit dem Grenzdurchgangslager Friedland als Erstaufnahmeeinrichtung von Asylbewerber bietet die Institutsambulanz des Asklepios Fachklinikums Göttingen eine psychologische Diagnostik für neu angekommene Flüchtlinge an. Das Ziel ist vor allem die Früherkennung psychischer Störungen. Nur eine Früherkennung ermöglicht eine frühzeitige Behandlung und somit die Vermeidung einer Chronifizierung der Symptome. Unser Anliegen ist es, Zugangsbarrieren zur Versorgung zu minimieren, indem eine Weiterbehandlung nach der Verteilung auf die Kommunen angebahnt wird. Zusätzlich können die Ergebnisse der Diagnostik Hinweise auf einen besonderen Hilfebedarf und die besondere Schutzbedürftigkeit im Asylverfahren geben.

Das „Friedländer Modell“ soll als Pilotprojekt für andere Erstaufnahmeeinrichtungen dienen. Es unterstützt aber auch die haupt- und ehrenamtliche Arbeit in anderen Bereichen der Flüchtlingshilfe sowie in der Gemeindepsychiatrie.

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